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HIFU Behandlung (Hoch intensiver fokussierter Ultraschall)

Die Behandlung mit hoch intensivem fokussiertem Ultraschall (HIFU-Behandlung) 


Fokussierte (gebündelte) Energie wird seit 25 Jahren in der Urologie bereits durch die Verwendung von Schallenergien zur Nierensteinbehandlung (Stoßwellen-Lithotripsie) erfolgreich angewendet. Das gleiche physikalische Prinzip der energetischen Fokussierung übernimmt die HIFU-Therapie. Hierbei handelt es sich allerdings um hochfrequenten Ultraschall, welcher gebündelt in der Prostata punktgenau Tumorgewebe zerstört. Die französische Firma EDAP entwickelte diese Technik namens Ablatherm®. Seit der ersten klinischen Anwendung in Deutschland im Jahr 1996 gibt es weltweit über inzwischen 18.500 Behandlungen (Stand Mai 2009). Zahlreiche Studien belegen das klinische Anwendungsspektrum und die Wirksamkeit der Methode.
 

Die Prostatakarzinom-Behandlung mit hoch intensivem fokussiertem Ultraschall (HIFU)
 
Die HIFU kann sowohl zur Behandlung eines lokal begrenzten Prostatakarzinoms, wie auch zur Behandlung eines fortgeschrittenen (kapselüberschreitenden) Tumors eingesetzt werden. Weiterhin bietet die HIFU den bereits mit Bestrahlung behandelten Patienten bei erneutem Auftreten des Karzinoms in der Prostata die Möglichkeit einer weiteren Lokalbehandlung. Selbst Patienten mit einem bereits metastierten Tumorverlauf können unter Umständen von einer HIFU-Behandlung der Prostata profitieren.
 
Bei der HIFU handelt es sich um eine minimal-invasive Therapie, d.h. ein chirurgischer Zugang zur Prostata ist nicht erforderlich. Eine in den Enddarm eingeführte löffelförmige Ultraschall-Sonde wird - ähnlich wie zur Prostatauntersuchung - in Höhe der Prostata platziert. Sie beinhaltet den Schallwandler zur bildgebenden dreidimensionalen Darstellung der Prostata und den Behandlungsschallkopf. Dadurch kann der Arzt simultan den Verlauf der Behandlung beobachten. Der Arzt plant zunächst auf Grundlage des aktuellen Ultraschallbildes den Behandlungbereich. Danach bewegt ein Steuer-Computer selbstständig die Ultraschall-Sonde anhand der gespeicherten Koordinaten und appliziert mit höchster Genauigkeit die gebündelte Ultraschallenergie auf das gewünschte Gebiet in der Prostata. Damit wird durch eine Temperatur von über 85ºC das behandelte Gewebe sofort zerstört. Die Gewebereste werden später vom Körper selber abgebaut, teilweise werden sie auch in den Urin abgestoßen. Angrenzende Organe wie die Harnblase werden durch die HIFU nicht beeinträchtigt. Die Enddarmschleimhaut wird durch eine zirkulierende Kühlflüssigkeit vor einer Überhitzung geschützt.
Die Behandlung findet in Teilnarkose (Spinalanästhesie) statt und dauert im Durchschnitt  1 1/2 - 2 Stunden. Der stationäre Aufenthalt beträgt insgesamt 3-4 Tage (einschließlich Aufnahme- und Entlassungstag). Während des Krankenhausaufenthaltes ist vorübergehend die Harnableitung über einen Katheter erforderlich, da postoperativ eine Schwellung der Prostata und damit eine Einengung der Harnröhre auftritt.
 
In eine klinischen Studie traten als Nebenwirkungen bzw. Komplikationen der Behandlung vorübergehende leichte Hämorrhoidalschmerzen (5%), postoperativ unterschiedlich starker Harndrang oder auch unfreiwilliger Urinverlust mit Dauer bis zu 1 Monat (9%), sehr selten auch permanent (1%) und Harnwegsinfekte (9%) auf. 
 
Viele Prostatakarzinompatienten leiden außer an dem Tumor auch an einer gleichzeitigen gutartigen Vergrößerung der Prostata. In einem solchen Fall sollte noch vor der HIFU-Behandlung eine "Abhobelung" der Prostata (fachlich: TURP als Abkürzung für transurethrale Resektion der Prostata) vorgenommen werden, um eine bessere Wirksamkeit der HIFU zu erzielen und das Risiko für Komplikationen noch zusätzlich zu reduzieren. Dieser Eingriff wird mit einem Abstand von 5-6 Wochen vor der HIFU durchgeführt. 
 
Das therapeutische Ergebnis hängt natürlich immer vom Ausgangsstadium des Prosatakarzinoms ab - das heißt schon bei der Planung der Behandlung wird besprochen, ob eine Heilwirkung (kurative) oder eine lindernde (palliative) Wirkung beabsichtigt ist. Die Tumornachsorge erfolgt über die Messung des PSA-Wertes im Blut. In manchen Fällen kann es sinnvoll sein, eine Kontroll-Stanzbiopsie nach ca. 1/2 - bis 1 Jahr durchzuführen. Eine Wiederholung der HIFU bei erneutem Auftreten des Karzinoms ist prinzipiell möglich - allerdings muß man dann im jeweiligen Fall die Indikation prüfen.